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Interstellares Mysterium
Umfang: 334 Seiten
Verarbeitung: Paperback
Die auf dem fernen Planeten Venaria gestrandeten Menschen der ersten interstellaren Expedition haben Glück gehabt. Sie richten sich mit den Einheimischen erfolgreich ein, gründen eine Kolonie und leben dort friedlich zusammen. Doch der Schein einer heilen Welt trügt. Auf Venaria und bei Reisen ins System Delta Eridanis werden rätselhafte Dinge entdeckt, die alles in Frage stellen, den Frieden beenden und sogar den Lauf der Zeit ändern könnten ...
Dieser SF-Roman ist eine Fortsetzung von "Interstellare Odyssee", kann jedoch auch als eigenständiges Buch gelesen werden.
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Agentus schreibt:
05.10.2011
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Es ist schon eine Weile her, dass ich die "Interstellare Odyssee" gelesen habe. Mit dem "Interstellaren Mysterium" wurde ich nicht nur gut an sie erinnert. Denn Stil und Spannung sind dieselben. Ich wurde auch erneut gefordert. Wie bereits im Vorgängerroman wurde ich nicht nur mit phantastischen Ideen, sondern auch mit Problemen und Fragestellungen konfrontiert, die sich eigentlich mehr auf unsere heutige Zeit beziehen als auf die Abenteuer von Astronauten in der ferneren Zukunft. Oder besser in der Vergangenheit? Aber diese stellenweise ein wenig kompliziert erscheinenden zeitlichen Zusammenhänge versteht man erst, wenn man wirklich bis zum Ende liest. Ob der Roman dabei tatsächlich eigenständig geblieben ist, wie vom Verlag angepriesen, kann ich nicht beurteilen. Das müssen andere Rezensenten tun. Mir wurde es jedenfalls nicht langweilig, denn es bleibt spannend bis zum Schluss. Ich meine sogar, dass man als Fan guter SF die beiden Bücher aus dem "Köhlerversum" durchaus im Kopf und im Regal haben sollte.
Auf Empfehlung eines Freundes hab ich mir sein Exemplar mal ausgeborgt - und verschlungen. Ich bin somit zwar nur durch Zufall auf dieses Buch gestoßen, komme dafür aber aus dem Staunen nicht mehr raus! Deshalb gibt es hier auch eine wohlwollende Rezension von mir. Denn mit Köhler haben wir in Deutschland tatsächlich neben Schätzing und Eschbach einen bisher unbekannten Autor, der mindestens genau so gut ist wie die beiden. Ich hoffe wirklich, dass Köhler noch mehr schreibt. Macht echt Lust auf mehr, diese Interstellare Odyssee! Was mir besonders gefallen hat, waren die zahlreichen kleinen Spitzen zu aktuellen moralisch-politischen Fragen: Vom Klonen bis zur Stammzellenforschung, vom Plädoyer für die bemannte Raumfahrt bis zur Kolonisierung des Weltraums ist alles dabei. Der kurze Dialog über die Messbarkeit des Fortschritts bzw. dem Entwicklungsstand einer Zivilisation wäre durchaus auch als Lektüre für Politiker geeignet! Empfehlung: Seiten 45 bis 49. Mein Resume: Ein Roman für Fans richtiger "Science Fiction" (im Sinne von wissenschaftlicher Dichtung), der sie fesseln wird.
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Marcus schreibt:
27.09.2011
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Beim zweiten Aufguss ist es ja oftmals so, dass er die Würze des ersten nicht erreicht. Nicht so beim Interstellarem Mysterium. Ich kenne zwar die Vorgeschichte und gelte deshalb hier mit meiner Meinung sicher als ein wenig befangen. Doch das ändert nichts daran, dass mich auch der zweite Roman von Köhler ziemlich gefesselt hat. Denn wieder ist es Science Fiction, wie ich sie haben möchte: Wissenschaftsdichtung im wahrsten Sinne des Wortes. Demzufolge grenzt sich die Story des Geschehens deutlich von Phantasy ab. Sie greift letztlich in allen Punkten der Handlung auf gesichertes Wissen aus Natur- und Ingeniereurswissenschaften zurück und bedient sich in Anlehnung an diese Fakten der spekulativen Fiction. Das bemerkenswerte daran ist, dass es dabei durchweg spannend zu geht. Nicht nur, weil der Autor bekanntes Wissen aus der Raumfahrt einsetzt und dies dem Leser dabei wohl auch ein wenig nahe bringen will. Nein, auch deshalb, weil den gesamten Roman ein Konflikt durchzieht, den man schon fast als politisch oder auch moralisch bezeichnen könnte. Er reflektiert damit so ganz nebenbei wohl auch einige aktuelle ernste Probleme auf unserem Planeten - gekonnt in kleinen Happen transportiert auf eine andere Welt. Das hat mir sehr gefallen und lässt viel Raum für Interpretationen.
Eine kleine Kritik sei mir jedoch erlaubt. Denn man muss schon ziemlich aufpassen, dass man beim Lesen der ganzen "Zeitphänomene" am Ball bleibt. Mal wird vom Jahr 2077 geredet, obwohl es ja eigentlich 1904 ist, dann doch wieder von 2077, mal wird ein Planet beschleunigt, mal verzögert, dann wieder beschleunigt... Ich befürchte, dass dabei Leser, welche den Vorgängerroman Interstellare Odyssee nicht kennen, ein wenig auf der Strecke bleiben könnten. Bin gespannt auf eine Rezension von Lesern, die nur das Interstellare Mysterium gelesen haben.
Marcus Schwarz, München
Was ich noch gut finde: Das kleine Wiki am Buchende und die Hintergrundinfos auf der Website zum Buch unter interstellares-mysterium.de
