Kurz vor Woodstock

Silvia Friedrich
Bitte wählen Sie eine Variante

Umfang: 155 Seiten

Frühsommer 1969:
Sandra, 13 Jahre alt, wächst in einem Dorf in Niedersachsen in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater ist vom Krieg gebrochen, so wie beinahe alle Männer im Ort. Überall sind seine Nachwirkungen zu spüren, jeder verarbeitet die Erinnerungen anders.
Im Ort leben Menschen, die hier als sogenannte „Fremdarbeiter“ hängen geblieben sind. Im Dorfteich verrotten die Utensilien, Abzeichen und Waffen der Nazis, die von den Alliierten nicht gefunden wurden.
Hier wächst Sandra auf. Ein Mädchen, dass mehr vom Leben möchte, aber unverstanden bleibt. Sandra verhält sich nicht wie die anderen und lebt in ihrer eigenen Welt. In der Schule wird sie ausgegrenzt, doch auch die Erwachsenen verstehen sie nicht. Ihr strenger Vater schüchtert sie ein.
In einer politisch hochbrisanten Zeit, umgeben von einer Musik, die Ihresgleichen sucht, spielt diese Geschichte, die erfunden sein könnte, aber dennoch wahr ist.

Rezensionen und Pressestimmen zum Buch:

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.
Reinhardt O. schreibt: 12.06.2011
Woodstock - schon dieser Name zaubert bei Angehörigen unserer Generation ein Leuchten in die Augen, ist er doch zum Synonym für Erinnerungen an unsere Jugend geworden, für ein Lebensgefühl, für die Zeit von Love and Peace.

Vor diesem Hintergrund erzählt Silvia Friedrich die Geschichte der 13-jährigen Sandra und obwohl das Leben dieses Mädchens doch erhebliche Unterschiede zu meinem eigenen aufweist, entdeckte ich viele Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten. Manchmal sah ich mich selbst.

Ein wundervolles Buch, welches mich emotional sehr anspricht. Besonders berührend finde ich die Passagen, in denen es um unsere Musik geht, um die Idole unserer Kindheit und Jugend. Darin waren wir uns einig - in Ost und in West. Und wenn ich lese, wie Sandra von John Fogerty in seinem karierten Hemd träumt (die trägt er ja heute noch!), amüsiere ich mich köstlich. Sie tauchen alle auf: Janis Joplin, Bob Dylan, Jimi Hendrix, Che Guevara. Als die Autorin erstmals Joe Cocker mit "With A Little Help From My Friends" erwähnt, kommen mir die Tränen. Das passiert mir noch mehrmals beim Lesen. Das Leben, wie es war: die ersten Kontakte zu Jungs, der Kampf gegen die Konkurrentinnen, Eifersucht, Liebeskummer, Probleme mit den Eltern, Druck in der Schule, Flucht in Fantasien.
Am Schluss des Buches wird der Bogen zur Gegenwart gespannt - mit Sehnsucht, Wehmut und einer wunderbaren Erkenntnis.
Allen, die heute noch von Woodstock träumen und sich gern an ihre Jugend erinnern kann ich dieses Buch empfehlen.
Andrea Noack aus Dresden