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ort der erdung
Umfang: 128 Seiten
Verarbeitung: Hardcover
Ró¸a Doma¨cyna, die deutsch und sorbisch schreibt, ist vor allem für ihre Gedichte über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden (eine französische Ausgabe steht vor dem Druck). Nun ein weiterer Band Gedichte und Miniaturen: ihre wundersam-nachdenklichen Texte bewegen sich zwischen einstigen südöstlichen Tagebauen und Pariser Plätzen, serbischen Erfahrungen und lebensprallen Lausitzer Legenden und Märchen, die auch in Balladenformen daherkommen und denen eine sanfte Ironie nicht fremd ist. Ein Buch der Kontraste, bis hin zu Bericht und Wortspiel, voll poetischer Kraft.
Rezensionen und Pressestimmen zum Buch:
- www.kulturpixel.de Bernd-Ingo Friedrich vom 27.01.2012
- Serbske Nowiny vom 20.01.2012
- Serbske Nowiny von 09/2011
- Lausitzer Rundschau vom 17.02.2011
- Sächsische Zeitung vom 17.02.2011
- Serbske Nowiny vom 16.02.2011
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Enrico schreibt:
12.12.2011
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Wichtig scheint mir, das sagen mir Deine Gedichte und Miniaturen, wie stark Du dem Sorbischen als "ort der erdung" verbunden, verankert bleibst und wie gut Du von da aus Dich mit der Welt in Beziehung setzt, so entsteht ein europäisches Ausstrahlen & Einholen im Verbundsystem. Das gibt Spannweite, Spannung, Weltläufigkeit.
Wulf Kirsten (im Brief an Ró¸a Doma¨cyna)
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Wilko schreibt:
28.02.2011
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Geburtsstunde eines Gesprächs
Eine große Schar aus weitem Umkreis versammelte sich am Dienstagabend beim Gespräch am Kamin des Hoyerswerdaer Kunstvereins zur Premiere des neuesten Buches von Roza Domascyna. Selbst die Herausgeber Manfred Jendryschik und Reinhard Hahn, reisten aus Halle/Saale an, um diesen Augenblick des ersten Publikumsgesprächs mitzuerleben. Weder die einen noch die anderen wurden enttäuscht.
Spürbar war bei allen Gästen aus nah und fern die Erwartung auf die Texte, mit denen die Dichterin ihr jüngstes Geisteskind vorstellen würde. Diese Spannung war auch bei der Dichterin zu spüren, ließ die Zuhörer gespannt eine Stunde lang lauschen, um noch weiteres Lesen zu erbitten und nach stiller Denkpause in einen Dialog überzugehen, der diese Reihe kennzeichnet: zu Reflexionen über gemeinsames Leben, über gestern und heute, Wege vom Ich zum Du. Die Dichterin erzählte von ihrer Großmutter, einer Märchenerzählerin zu Zeiten als es noch kein Fernsehen gab, die sie zu fesseln verstand und auch ihre Freude an den sorbischen Sagengestalten weckte. Sie wanderte mit den Zuhörern durch das Haus, in dem sie geboren wurde, über "die Stufen, wo sich Tag und Nacht begegnen", in dem die Treppe die einzige Konstante zwischen dem Flur unten und dem Flur oben bildete, Sie ließ Licht und Schatten in hundertjährigen, seit langem stillgelegten Brikettfabriken poetisch wieder erstehen, das manche Gäste meinten, es sei die, obwohl sie wie die Autorin in verschiedenen Werken tätig gewesen waren. Immer wieder bewies sich: "weil das gedieht eine spräche hat ist es die spräche des bildes".
Roza Domascyna nahm ihre Zuhörer mit in diese Bilder, lässt sie gemeinsam mit sich darin leben. Die Texte erinnerten an eigenes Erleben, an zurückliegende Epochen, an Begegnungen mit Menschen, Landschaften, an andere Zeiten. Sie urteilten nicht, schufen vielmehr ein neues Miteinander, das in die Zukunft trägt.
Zwischen manchen Gedichten oder kurzer Prosa baute die Dichterin mit wenigen kurzen Bemerkungen Brücken von einem Ort zum anderen, führte von der Lausitz nach Frankreich, von Italien nach Serbien, prägnante Schlaglichter, die nicht ablenkten, im Mittelpunkt standen die Texte. Diese fesselten immer wieder, versetzten die Zuhörer in atemloses Lauschen, wie es wohl einst der kleinen Roza gegangen sein mochte, wenn die Großmutter erzählte. In diesen Augenblicken teilte sich wieder einmal den Literaturfreunden der Zauber einstiger Märchenstunden oder früher Theatererlebnisse mit. Die Sprache der Texte ließ auch die Bilder des Malers Hubert Globisch vor den Augen der Kunstfreunde erstehen, ohne sie aufwändig zu beschreiben, dass mancher meinen konnte, auf ihnen bewege sich das Meer. Die Welt ist ein Bild in den Farbtönen der Seele heißt es bei Roza Domascyna. Dieses Satz gilt nicht nur für die Dichterin und ihr neuestes Buch, sondern auch für ihre Zuhörer. Sie konnten sich nur schwer von der Poetin trennen, zu voll waren die Herzen, sie mussten sich erklären, mussten ihr danken. Dieser Abend ließ wieder einmal die Geburtsstunde eines Gesprächs erleben, wie Martin Buber sagte: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung". Martin Schmidt
