Erinnerungen an die Kindheit in Halle
Umfang: 168 Seiten
Verarbeitung: Paperback
Der Sonntagmorgen hatte einen Hauch von Sonnenschein, auch wenn es in Strömen regnete. Mutter durfte auch einmal etwas länger schlafen, obwohl sie natürlich als erste in der Küche das Frühstück vorbereitete, im Winter heizte und die Kohlen dazu aus dem Keller hoch schleppte.
Wir hopsten inzwischen noch in den Betten herum oder krochen zu Vater ins Bett, eine besondere Ehre, die auch nur sonntags gewährt wurde. Mutter war froh, dass sie noch etwas Ruhe hatte, um ungestört ihre Arbeit zu tun.
Vater erzählte uns dann von alten Zeiten, vom alten Fritzen, vom Ersten Weltkrieg, in dem sein linker Arm zerschossen worden war. Wir wollten immer wieder wissen wie das passiert und wie er gerettet worden war. Oder wir machten "Straßenraten" indem Vater uns den ersten und letzten Buchstaben einer Straße nannte. Wir mussten sie erraten und lernten so die Stadt kennen.