Haus am Fluss

Hannelore Freisleben

Umfang: 388 Seiten
Verarbeitung: Hardcover

Er stand auf seinen Stock gestützt, er, Sebastian Erdmann. Wie so oft an dieser Stelle schaute er über den Fluss, der sich schlängelnd wand und krümmte, hier einen Bogen machte, dort in einer kleinen Bucht einkehrte, wie einer, der den Schritt verhält, um zu verpusten. Wir sind ein Volk!, hatten sie gerufen, da drüben, jenseits der Grenze, jenseits des Flusses, jenseits des Zauns, wo sein Elternhaus stand. Das Grenzzauntor wurde geöffnet. In Berlin war die Mauer gefallen.
Er dachte an die Vergangenheit. An die Mutter, die Geschwister. An Gunda, die Kindheitsgefährtin. Der Vater fiel ihm ein, der dem Alkohol erlag. Es gab eine missglückte Liebesnacht. Krieg, Gefangenschaft und Heimkehr. Dann: die Grenze. Da waren Hoffnungen, Enttäuschungen, Konflikte, Kummer und Tränen.

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.
Es liegen keine Kommentare zu diesem Artikel vor.