Umfang: 396 Seiten
Verarbeitung: Paperback
Der Autor Joachim Hildebrandt war 17 Jahre Pfarrer in Quedlinburg und danach von 1974 bis 1994 Superintendent in Zeitz. Man erinnert sich: Die versuchte Selbstverbrennung des Pastors Oskar Brüsewitz 1976 hatte die Christen erschüttert und die SED erschreckt. Mittelfristig kam es danach zu Erleichterungen für die Arbeit der Kirchen in der DDR. Im Hinblick auf die Ereignisse von 1989 aber war die Tragödie von Zeitz zugleich ein Menetekel für diesen Staat. Der Autor erzählt von persönlichen Begegnungen mit der Familie Brüsewitz, was bisher keiner so kannte. In 61 Kapiteln berichtet Joachim Hildebrandtanhand eigener Erlebnisse über die Hochspannung zwischen den beiden deutschen Staaten, welche die Zeit seines Studiums der Theologie in West- und Ostberlin prägte. Ein überaus lesenswertes Buch für jedermann.
Er hält ein Papier in der Hand und liest daraus meinen Namen: "Haamer?" "Hier", antworte ich. Auf seine Fragen nach dem Vornamen, Vatersnamen und dem Geburtsjahr antworte ich: "Harri Aleksanders Sohn, geboren 1906." "Fertigmachen mit allen Habseligkeiten", befiehlt er daraufhin. Ich greife nach meinem Mantel, der Decke und meinem Bündel. Ich rufe zum Abschied ein "Lebt wohl, Brüder!" und gehe mit ihm. Offensichtlich fehlte ein Mann an der vorgesehenen Anzahl der zu Verschickenden, so traf es nun mich.
Der Organisator des Transportes ist zufrieden – der Plan ist somit erfüllt.