Reinhardt O. Hahn Schriftsteller Verleger Herausgeber
Reinhardt O. Hahn     Schriftsteller     Verleger    Herausgeber   

Immanuel Kant  Der Tabubrecher 


In einer Zeit, in der es immer schwerer wird, zwischen Fake-News, alter-nativen Fakten und seriösen Wahrheiten zu unterscheiden, in der man sich im Stil früherer Kampftressen der „Pohtical Inncorretness" oder der „linksversifften Journaille" bezichtigt, hat Immanuel Kant einen möglichen Ausweg aufgezeigt: seine Vernunft anstrengen, aber auch seiner Ver-nunft vertrauen. 
Auch in praktischen Fragen vertraut er der politischen Vernunft und wird damit zum Kontrastprogramm der Französischen Revolution (Karl Marx). Eine Revolution der Herzen und der Gesinnung soll einen gewalttätigen Umsturz überflüssig machen. 
Freiheit und Gleichheit aller sollen das Joch des Befehlens und der Be-vormundung durch König, Kaiser oder wen auch immer abschütteln. Der Mensch wird erstmals als autonomes Subjekt, das nie mehr als Mittel zu fremden Zwecken missbraucht werden darf, ernst genommen. Jedem Menschen kommt daher eine eigene Würde zu. 
„Kant verdanken wir die erste und bisher maßgebliche philosophische Begründung der sittlich-autonomen Freiheit des Menschen, damit die Idee der allen Menschenrechten zugrundeliegenden unantastbaren und un-aufgebbaren Würde" (Johannes Schwartländer). 
Kant ist damit in Religion, in der Ethik, in der Rechts- und Politikwissen-schaft in der Gegenwart. Aktuell stellt sich die Frage der Schutzpflicht des Staates, die allein aus der Menschenwürde des Art. 1 GG ableitbar ist, gegenüber den vielfältigen vermeintlichen und wirklichen Bedrohungen durch Migration, wobei klar sein muss, dass die Menschenwürde nach Kant unteilbar ist.

Karl Marx   Requiem ohne Leiche


Im Facebook erfahren die User eine unendliche vorher nie gekannte Wichtignahme, sie können etwa im Facebook einen Seelenstriptease ihrer Eitelkeit ablassen, sie können sich unbegrenzt exhibitionieren. 
Plötzlich fühlen sich soziale Eckensteher im Mittelpunkt des Geschehens mit einem riesigen Freundeskreis, der sich um sie schart. Mark Zuckerberg hat dies trefflich erkannt und diese User als Idioten bezeichnet, die ihr kleines Leben künstlich aufblähen.
Die Regression zum Infantillismus wird mit allen Mitteln gefördert.Durch die ständige Bereitstellung von Informationen, die die Erwartungshaltungen der Konsumenten befriedigen, werden bewusst negative Nachrichten ausgeblendet und der Konsument ständig bestätigt. Die Philosophie des Hedonismus, die Philosophie von Glück, Genuss und dauernder Party wird selbst zur Monopolphilosophie. Das Standbild von Marx wird gestürzt, dem Genussphilosophen Epikur wird gehuldigt.
Die Selbstliebe, dem Narzissmus des Betroffenen werden ständig neue Schmeicheleien zugeführt, das Ego wird nicht mehr in Frage gestellt sondern nur noch bestätigt, wie dies auch in Sprüchen „Bleib, wie Du bist“ zum Ausdruck kommt. 
Der Kunde ist nicht nur König, sondern Gott geworden, dessen Selbsteinschätzung wird korrumpiert, da es ständig aufgewertet wird.

 

Friedrich Nietzsche   Einer gegen alle

 

Zwei Revolutionen haben die menschliche Selbstwerteinschätzung erschüttert, die kosmologische des Nikolaus Kopernikus und die biologische des Charles Darwin. Wie durch ein Erdbeben ist alles bisher Geglaubte bis auf die Grundfesten zerstört worden. Wenn man jedoch zum Ergebnis kommt, dass kein Unterschied mehr zwischen Mensch und Tier besteht, dass der Mensch nicht nur im unendlichen Kosmos, sondern auch auf der kleinen Erde nicht mehr sinnfälliger Zielpunkt der Schöpfung ist, wenn alle kardinalen Unterschiede zwischen Mensch und Tier verschwinden, scheint die Idee einer allgemeinen, herausgehobenen menschlichen Würde illusorisch zu werden. 
Nietzsche attackiert von diesem Standpunkt das gesamte philosophischen Denken, das von der Möglichkeit einer allgemeinen menschlichen Würde ausgeht. Als Wurzel hierfür macht er das Christentum und die Idee der Gleichheit aller vor Gott ausfindig. Aber auch das politische Denken, das zwar nicht mehr von der Möglichkeit, aber von der Notwendigkeit einer allgemeinen menschlicher Würde ausgeht, Hobbes und Kant, den politischen Liberalismus eines Locke oder die sozialen Ideen eines Karl Marx bis hin zur Französischen Revolution mit den Ideen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit greift Nietzsche in einem totalen Konfrontationskurs an. 
Die Würde des Menschen ist für ihn nur noch durch den Übermenschen zu retten, der sich mehr vom Menschen als dieser vom Tier unterscheidet. Der Mensch muss sich daher wie Prometheus zum Halbgott aufschwingen. Trotz der Verfälschungen des Übermenschen als „blonde Bestie“ im Nationalsozialismus wird der Übermensch als „homo digitalis“ im Werk von Yuval Harari „homo deus“ in der Gegenwart neu geboren, was zugleich die Aktualität Nietzsches zeigt. 

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ISBN 978-3-946169-17-8

Preis 39,50 Euro

Projekte Verlag Hahn (Erscheint zur Buchmesse in Frankfurt/M)

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ISBN 978-3-95486-432-4

Preis 19,50 Euro

Projekte Verlag Hahn

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ISBN 978-3-946169-16-1 
Preis 17,50 Euro

Projekte Verlag Hahn (Erschienen, wird zur Buchmesse in Frankfurt / M vorgestellt)

 

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Preis:  24,50 Euro 
ISBN 978-3-946169-26-0

Projekte Verlag Hahn

 

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Preis 17,50 Euro
978-3-946169-13-0
Projekte Verlag Hahn

 

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Preis: 39,50 Euro

ISBN 978-3-946169-23-9

Projekte Verlag Hahn

 

Vorabdruck "Was soll mir eure Schuld" ist verteilt und bewertet. Einige Feinstkorrekturen und eine Namensänderung wird noch in die kommende eingebaut. 

Falls eine (hoffentlich freundliche) Kritik geschickt wird, bitte an info@mitteldeutsche-Letters.de senden. Dafür erhält der Rezensent ein Buch mit Widmung.

 

noch Halle, den 01.08.2018

 

Sehr geehrte Damen und Herren,


ich habe Sie im vergangenen Jahren mit meinem E-Mail-Verteiler über Veranstaltungen, Messen und Lesungen auf dem Weg der digitalen "Kommunikation" informiert und Sie  eingeladen.
Um den neuen Vorgaben der (DSGVO) ab 25. Mai 2018 zu entsprechen, löschte ich den daraus hervorgegangenen E-Mail-Verteiler.

Damit ich Sie weiterhin mit Einladungen und Informationen zur Umsetzung der literarischen Projekte versorgen kann, bitte ich Sie, sich erneut zu registrieren. Für diesen Zweck werde ich Ihren Namen, Ihre Institution und Ihre Funktion sowie Ihre E-Mail-Adresse speichern. Das trifft auch für Buchbestellungen und Anfragen zu.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir Ihr Einverständnis übermitteln, E-Mails beantworten zu dürfen. Dieses Einverständnis kann jederzeit auf den selben Wegen widerrufen werden.

Bei Fragen können Sie sich an mich wenden:
Meine zentrale E-Mail-Adresse ist: info@mitteldeutsche-letters.de und die info@projekte-verlag.de
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Informationen zur Datenschutzgrundverordnung finden Sie auf

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Besuchen Sie mich auf
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Mit freundlichen Grüßen
Reinhardt Cornelius-Hahn

Der Projekte Verlag Hahn

 

Ist ein Instrument meiner Tätigkeit als Lektor, Verleger, Herausgeber und Schriftsteller. Fast vier Jahrzehnte Literatur und die Kenntnisse über all die Bereiche, die zur Schöpfung, Wirksamkeit und Veröffentlichung eines Buches notwendig sind, kann ich Ihnen vermitteln.

Neben der www.projekte-verlag.de, die Sie aufgerufen haben, präsentiere ich Ihnen eine WEB Seite für gedankliche Vorstellungen, ebenso einen umfangreichen Shop für das Erwerben oder auch Herstellen eines Buches.

 

 

Neben den neuen Titeln, die der Projekte Verlag Hahn verlegt hat, werden alte gebrauchte (mitunter wie neue) Titel angeboten. Diese Titel stammen aus der Insolvenzmasse der Projekte Verlag Cornelius GmbH (2014). Diese Bücher sind von der Auktions- und Verwertungsfirma Perlick (Königswinther) erworben worden, die im Auftrag des Verwalter die Exemplare angeboten hat. Darunter befinden sich unterschiedliche, wertvolle Buchexemplare und auch Grafiken, die vom Verwalter abgekauft worden sind.

Sie können diese Titel und Bilder von diesem Portal erwerben. Sie sind Eigentum des Aufkäufers. Elektronische Titel gehören in der Regel nicht zum Angebot, es sei denn sie gehören dem Projekte Verlag Hahn, der sie aber nur auf besonderem Autorenwunsch anbietet.

 

Mehr durch erfahren Sie in den Shops und der WEB-Seite

www.projekte-verlag-shop.de  www.mitteldeutsche-letters.de

Mein erstes, richtiges Buch. Erzählt aus dem "Ich-Erzähl-Winkel", also aus der ersten Person heraus, bringt diese Person (der Held) durch die Dichte und Nähe eindrucksvoll das innere Erleben der Abhängigkeit zum Ausdruck.

Das Buch ließ sich damals nur als Bericht eines Betroffenen anbieten und verkaufen, denn es konnte nicht sein, was nicht sein durfte. Sucht war Laster und keine Krankheit, Laster war ein Überbleibsel einer kapitalistischen Gesellschaft, die als "überwunden" galt. 

 

Die Reaktion der Leser war krass und zugleich entgegenkommend. Mit diesem Buch habe ich fast 2.000 Lesungen vor mehr als 80.000 Menschen durchgeführt.

 

Es wurde ein heimlicher Bestseller und im "Ich-Erzähler" konnten sich die Menschen erkennen, nicht nur die Alkoholabhängigen und Co-Alkoholiker, sondern auch Menchen aus allen denkbaren Lebensbereichen. 10.000 Exemplare wurden über die Bibliotheken ausgeliehen. Bis zu 200 - 300 mal. Sie wurden verborgt, verliehen und zerlesen und andere, gekaufte Exemplare stehen heute noch in vielen privaten Büchersammlungen und Bibliotheken. Die verkaufte Auflage insgesamt kam auf mehr als eine Viertelmillion.

 

Die Wirkung war einzigartig, der erste Roman über Alkoholismus im Osten Deutschlands, mein erster und größter Erfolg nach dem Literaturstudium in Leipzig und die Grundlage auch für meine Entscheidung, schon mehr als drei Jahrzehnte, nüchtern im Verstand zu leben.

Hier ein kleiner Auszug:

 

"Das letzte erste Glas"

 

Auf der Straße rufen sie ihm "versoffenes Schwein" hinterher, der Betrieb will ihm kündigen, nun steht er am Grab seines Leidensgefährten und einzigen Freundes: er hat sich das Leben genommen. Und was bleibt ihm? Michael Naumann ist Alkoholiker. Erst Mitte Dreißig, ist er in der Gefahr, sein Leben unwiderruflich zu ruinieren. Immer wieder kam es zum ersten Glas - zum immer erneuten Absturz in die Scheinwelt der Betäubung. Der Tod des Freundes erzwingt den Höhepunkt seiner Krise. In nur wenigen Tagen durchlebt er, der schon so vieles halbherzig versucht hat, einen verzweifelten Kampf um seine Existenz. Die Alternativen sind brutal. An der Grenze seiner Kräfte schließlich erfährt er Hilfe, Unterstützung auf dem mühsamen Weg, sich vom Alkohol zu lösen. Mit minutiöser Genauigkeit schildert der Erzähler Zustände und Zwänge im Verlauf seiner Krankheit. Aber auch die "Szene" kommt ins Bild und was für ihn die andere, heilere Seite der Welt bedeutet. Entstanden ist ein Buch von großer Offenheit, das um Verständnis wirbt und schließlich denen Mut vermitteln will, die vom Alkoholismus betroffen sind.

"Halbiert"

Eine Sammlung von Beobachtungen und Miniaturen, die ich neben meinem Beruf als Verleger geschrieben habe. Wie sage ich immer, mein Verstand denkt rechts, die letzten 25 Jahre haben mir keine andere Wahl gelassen. Mein Herz schlägt links, ich komme von meiner Sozialisierung im früheren Osten Deutschlands nicht frei.

Jetzt, in einer Gesellschaft, die nur in finanziellen Wertkategorien denkt und fühlt und die oft Solidarität als Ausrede und närrische Selbsttäuschung nutzt, um sich für technische, soziale  und geistige "Unordnung"  entschuldigen zu können, sehne ich mich danach, poetische Ideale zu schaffen, die den Menschen in dieser Zeit helfen zu sagen,  wie sie vielleicht leben sollten.

Die Führungseliten der Bundesrepublik Deutschland sind bis auf wenige Persönlichkeiten auch meine Enttäuschung geworden. Meine Texte sind scharf und bitter und sie legen den Alltag frei, der fein von den Medien gesponnen wird.

Die Medien sind der Feind der Medien geworden, steht in diesem Buch. Sie verflachen und verwahrlosen die Gesellschaft, indem sie oft nur vagen Entwürfen, Mutmaßungen und Vermeintlichkeiten nachgehen.

Besonders der investigative Journalismus träg die Schuld an diesem sittlichen Verfall, der solide Werte und konkretes Verhalten wenig achtet. Politiker, deren Anmaßung, Selbstüberschätzung und Achtlosigkeit  über dem Volk steht, übertreffen sich nur noch in den Ängsten darin, Fehler zu machen, durch die sie Einfluß, Macht und vor allem ihr Einkommen verlieren könnten. Eine Republik bestehend aus seelischer Angst und Rollenspielen, die wollte ich nicht. Es ist vor allem die eine Angst, die ständig daran denken lässt, die finanzielle Sicherheit verlieren zu können.

"Ausgedient - Ein Stasimajor erzählt"

 

war eine einmalige Chance. 1989 hatte ich den Mut, auf "Angestellte" der Staatssicherheit zuzugehen und sie zu fragen, was sie denn wirklich gemacht hätten und warum keiner dieser Leute Stellung zu den Beschuldigungen bezieht. Alles hüllte sich in Schweigen, es wurde die ANS gegründet (Amt für Nationale Sicherheit).

Ich erhielt konspirativ Notizen und man war vorsichtig, denn eine Veröffentlichung der Tätigkeit der Stasi galt nicht nur unter den Offizieren dieses Dienstes als Geheimnisverrat.

Aus den Notizen und Fakten arbeitete ich eine Novelle heraus. Mein Vorbild war Viktor Klemperer mit LTI. Ich kannte die Sprache der Funktionäre, ich war bis 1976 Mitglied der SED und hauptamtlich für die FDJ tätig.

Dieser Titel wird wohl die einzige Erzählung über das MfS und deren Tätigkeit, erschienen in einer strengen literarischen Fassung, bleiben.

 

Alles was danach erschien, war berichtend und beschreibend aufgelegt. Nur zwei Filmwerke schafften diese aufklärende Nähe zu diesen Leuten im System der Unterdrückung in der DDR. Eine 30.000 Auflage erschien und war in wenigen Wochen verkauft. Als die Deutsche Mark 1990 kam, war das Interesse an Literatur aus der DDR schlagartig erloschen. Die Leser kauften Simmel, Konsalik, 1000 Steuertipps und natürlich Autoatlanten für die zu planenden Reisen durch Westeuropa mit den "neuen" Gebrauchtwagen.

Fast merkwürdig war es, als das Buch in Frankreich und Italien "wieder-entdeckt" wurde.

Es ist in drei weitere Sprachen übersetzt und es ist verfilmt worden. Es ist auch als Fortsetzungsroman in einer Zeitung erschienen (Sardinien - Cagliari) und der 88-minütige Dokumentarkinofilm wurde in 72 Ländern mit Untertitel (Text) gespielt bzw. vorgeführt.

 

 

Kommentar 

Da ein starker, staatsbürokratischer Staat in Deutschland seine Macht ausübt und jede Kreativität ständig, sofort und andauernd institutionalisiert, wird es wohl kaum noch ein weiteres Kunstwerk (Novelle) über das MfS geben.

 

Der Film "Aus Liebe zum Volk" und "Weißensse" werden wohl die einzigen Zeugnisse einer künstlerischen Umsetzung bleiben, weil das poetische Terrain heute von Publizisten und Journalisten bedient wird, die oft die Sorgen der Finanzierung eines Schaffensprozesses nicht haben und sich besser und sicherer mit der Bedienung des Themas an Vorgaben halten.

Hier bezahlen die "Öffentlich rechtlichen Medienhäuser" ihre Tätigkeit der Schöpfung nach eigener Auswahl selbst. Darunter leidet zwar die Qualität, aber das ist heute wohl nicht so bedeutend, weil sich die Welt von der Sprache weg zu den Bildern bewegt. Das bedeutet auch, gewagt gesagt, eine allgemeine fortschreitende Indolenz zu fördern.

 

Die Ästhetik der höheren Säugetiere bestand anfänglich durch die Sinne allein und fand ohne Sprache statt. Heute kehren wir wahrscheinlich wieder zu den Bildern zurück, die wir aber wegen der Vielfalt und Mannigfaltigkeit irgendwann nicht mehr uns selbst erklären können. Was 26 Buchstanden und 10 Zahlen über Jahrtausende leisteten, wird so nach und nach durch Milliarden (noch) abrufbaren Bildern ersetzt. (Kommentar 2017 geschrieben) 

 

 

Das Buch "Ausgedient - Ein Stasimajor erzählt" wurde auf der Berlinale im Februar 2002 unter dem Titel "Aus Liebe zum Volk"

erstmals dem Publikum vorgestellt.

 

Gauck, Diekmann und die Dramaturgin und voranschreitend der Regisseur, der Israeli Eyal Sivan, der schon mit der Eichmann-Dokumentation "Ein Spezialist" für Furore sorgte, stellten (mit mir) den Film vor. Die zentrale autarke Figur wurde von Axel Prahl gesprochen.

Mir gelang erstmals eine künstlerische Aufarbeitung der Staatssicherheit in der DDR in Form einer Novelle. Dieses Buch entfaltet erst heute seine Kraft durch die genaue Beobachtung der Sprache der Funktionäre in der ehemaligen DDR. Im Film wurde der Text authentisch übernommen.

 

Ich nahm nahm knapp 30 handschriftliche Seiten DIN A4 Notizen, also Fakten über die Struktur, die ich nicht kannte, eines Stasimajors auf und schrieb diese Erzählung (Novelle) über den Zusammenbruch dieser Organisation im Jahre 1989 / 90. Der Stasioffizier verklagte mich (den Autor) und er erhielt danach vom Landgericht Halle 37,5% des Erlöses an diesem Titelertrag zugesprochen. Für den Film gab es eine einmalige Abfindung, die ich abzüglich der Steuern mit dem Offizier teilen musste.

 

Das Buch "Ausgedient - ein Stasimajor erzählt" wurde dem Filmtitel "Aus Liebe zum Volk" angeglichen. "Protagonist", also der Erzähler im Film, wurde Axel Prahl.  Das Buch erschien auch im Französischen unter dem Titel "Pour l'amour du peuple". Es wurde auch ins Italienische übersetzt und wurde in Fortsetzungen in einer Tageszeitung in Sardinien abgedruckt - warum auch immer. Ich kann nur sagen, Bücher gehen merkwürdige Wege.

"Es war einmal ein Trinker"

 

ist eine Arbeit, die fern vom Lärm in der Feldberger Seenlandschaft entstanden ist. Dr. Manfred Lichtblau, mein Freund, war in einer von der Diakonie geführten Klinik beschäftigt.

Er übte das aus, was man Hilfe zur Selbsthilfe nannte. Als das Buch entstand, war er selbst fünfzehn Jahre trocken.

In diesen Buch sind die wohl besten Geschichten und Erzählungen von Betroffenen versammelt, vom Pilot zum Polizist, vom Arzt zum Tierzüchter. Sie geben ihre Erfahrungen freimütig und sehr gut sich selbst beobachtend weiter.

 

"Das erste Glas"

 

Ein Buch, mit wundervollen Grafiken ausgestattet, erzählt reichlich bebildert den Totentanz, den der Suchtkranke vollführt, wie er versucht, dem Schicksal zu entrinnen, immer in der Hoffnung, es vielleicht doch noch zu schaffen, zu trinken und sich selbst belügen zu können und meint, er sei kein Trinker. Es ist die Urfassung, die ich nach dem Beginn meiner Abstinenz lustvoll und angetrieben 1984 geschrieben habe. Man sagt über dieses Buch, das übrigens auch von großer Schönheit ist, es wäre das Beste und zugleich auch Fürchterlichste, was man über Sucht zu sagen hätte.

 

"Was soll mir eure Schuld"

 

1988 sieht der Verfasser nach 28 Jahren seine Mutter wieder, von der er vor dem Bau der Mauer 1961 getrennt wurde.

 

Er kommt seiner Mutter nie nahe, sie bleibt ihm fremd bis sie im Jahre 2010 stirbt.

 

Seine älteren Geschwister übergeben dem jüngeren Bruder (unserem Verfasser) 2015 Gerichtsurteile über die erste Ehe der Mutter, die mit einem Steglitzer Juden in Berlin in der Zeit des III. Reiches verheiratet war. Dieser, ihr erster Mann, stirbt unerkannt als Jude in einer Organisation der Nationalsozialisten (Todt).

 

Auf der Suche nach seiner eigenen Familiengeschichte übergibt dem Verfasser ein Bewohner seines Geburtsortes ihm eine Chronik, die Hahns Großvater, ein Dorfschullehrer, 1933 - 1938 verfasst hat.

 

Der Lehrer Albert Hahn, ein Nationalist, opferte seine Frau und seine Ehre für das III. Reich, von dem er glaubt, es würde ein neues Deutschland einleiten.

 

Der Hass auf sich selbst machte ihn erbarmungslos und unmenschlich. Daran zerbrach und starb er.

 

Der Verfasser und Leser der Chronik erkennt betroffen den Zusammenhang zwischen Faschismus, Krieg und der späteren Teilung Deutschlands und auch die Teilung einer Familie, die tief in der deutschen Geschichte ihre Wurzeln hat.

Das Jahrbuch Ostprignitz - Ruppin 2016

 

Der große Empfang in Wusterhausen an der Dosse
Das Gestüt gehöre zu dem Besten, was das Land an Tradition hat. Seit mehr als 200 Jahren züchteten die Betreiber Hengste und Stuten, die sich sehen lassen können. Seine Durchlaucht, der Feldmarschall Blücher von Wahlstatt, habe hier die Pferde gewechselt. Da gebe es eine schöne Geschichte zu erzählen, sprach Herr Theo:
Blücher sei nach dem Ende der Napoleonischen Kriege von Hamburg nach Berlin unterwegs gewesen. Das habe sich bis nach Wusterhausen an der Dosse herumgesprochen. Menschen kamen und riefen, sie hätten dem Vater Blücher auf dem Schlachtfeld von Waterloo beigestanden, den französischen Kaiser aufs Haupt zu schlagen. Die mit Eichenlaub und Farben geschmückten Wagen in der Stadt, jeder mit einer besonderen Inschrift versehen, zählten die Heldentaten des Fürsten auf.
Jungfern seien mit den Vätern unterwegs. Weiß gekleidet und mit grüner Schärpe versehen, um mit anderen Mädchen der Stadt dem Feldmarschall einen wohlgefälligen, ehrenvollen Anblick beim Eintreffen zu gewähren. Die Menge wogte und drückte und schob die Männer zum Kyritzer Tor.
Beiderseits der Straße standen die hübschen Mädchen. Sie hielten Girlanden in den Händen und trugen auf den Häuptern aus Eichenlaub gewundene Kränze. Auf feinen Händen lagen Atlaskissen. Darauf stand geschrieben:
Seiner Durchlaucht dem Fürsten Blücher von Wahlstatt gewidmet aus innigster Ehrfurcht und Dankbarkeit von der Stadt Wusterhausen a. d. Dosse.
Man zählte 84 Jungfern, die das Ehrenspalier zu Wusterhausen bildeten. Die Glocken läuteten. Zum Empfang standen alle Magistratspersonen, Bezirksvorsteher, Stadtverordnete, Honoratioren und andere Bürger in schwarzer Kleidung, die sich sehr vorteilhaft von dem Grün und Weiß der Jungfern abhob. Alle riefen: Heil dem Vaterlandserretter und Gott erhalte uns ihn!
Seine Durchlaucht, der Feldmarschall Fürst Blücher von Wahlstatt erwiderte: So sei auch er der Dolmetscher seiner Wünsche für das Wohl der Stadt, möge sie die Segnungen des Friedens genießen!
Ein großes Vivat erscholl, die Kutsche setzte sich wieder in Bewegung, von einem edlen Gespann über den Markt gezogen. Die jungen Mädchen gaben dem Feldmarschall am Königsplatz bis vor das Wildberger Tor das Geleit. Unterwegs wurde ein donnerndes Vivat gerufen. Die fröhlichen jungen Mädchen, die dem General huldigten, beachtete dieser nicht.
„Vielleicht ist das der Grund dafür, später in Wusterhausen an der Dosse ein Wegemuseum zu eröffnen. An die Jungfern vorbei zu den Pferden. Schade, wir werden das nicht näher mit Worten beleuchten können...“ kommentierte ich Herrn Theos Ausführungen und gab zu bedenken,

„Heute werden die Politik und die Landesfürsten nicht mehr so  begeistert gefeiert. Jungfrauen in weißen Kleidern mit grüner Schärpe, die für Politiker Spalier stehen und in Hochrufe ausbrechen, findet man auch in größeren Städten nicht mehr.“
 

 

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